Madrider Erklärung

Bildung und Kommunikationsmedien

“Die Bucht der Fünf Winde”


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Madrider Erklärung

Bildung und Kommunikationsmedien

“Die Bucht der Fünf Winde”

Die Alphabetisierung der Menschheit, die noch nicht weltweit erreicht ist, ist eine der grossen Errungenschaften der Vergangenheit. Die grosse Herausforderungen, die es jetzt anzunehmen gilt, ist die Medienalphabetisierung.

Wir können nicht akzeptieren, dass die digitale Kluft, die sich zwischen den verschiedenen Gesellschaften aufgetan hat, uns distanziert, die Kommunikation unterbricht und eine der Eigenschaften der heutigen Informations- und Kommunikationsgesellschaft ist.

Die Zukunft unserer Gesellschaft des Wissens liegt in der ständigen Bildung und in der Medienalphabetisierung aller Bewohner dieses Planeten. Statt diesen Lernprozess ängstlich und misstrauisch zu betrachten, müssen die Bürger ihn als etwas Einfallsreiches, Stimulierendes und Grundlegendes für eine umfassende persönliche Entwicklung ansehen.




Präambel

Die Unterzeichnenden, Vertreter von sozialen Einrichtungen und Organisationen, von Elternverbänden, Verbraucher und Benutzer, Lehrer und Lehrerinnen, Fachleute im Bereich der Kommunikation und Bildung und die Bürger im Allgemeinen.

Aufgrund unserer Verpflichtung und gemeinsamen Interesses, wirksam die grossen Vorteile zu nutzen, die uns die Medien und Informationstechnologien für die erzieherische und kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft bieten können

Aufgrund unserer grossen Besorgnis über die Verschlechterung der Inhalte der Fernsehprogrammierung und das Fehlen solider Alternativen zur Begünstigung der Entwicklung der Kindheit und Jugend sowohl durch dieses Kommunikationsmedium als auch durch die “anderen Bildschirme”

Veröffentlichen wir die folgenden Madrider Erklärung hinsichtlich Bildung und Kommunikationsmedien mit dem Namen La Bahía de los Cinco Vientos (Die Bucht der Fünf Winde) in der Hoffnung, dass in unserer Informations- und Kommunikationsgesellschaft neue Winde wehen mögen, so dass wir hiervon alle profitieren.

Madrid, 9. Februar 2005

PS1. Nur wenn wir alle, die die Gesellschaft darstellen, uns der Wichtigkeit dieser Angelegenheit bewusst sind, wird man anfangen, einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu erblicken. Deswegen bitten wir Dich um Deine Zustimmung zu dieser Madrider Erklärung zu Bildung und Kommunikationsmedien, genannt “La Bahía de los Cinco Vientos” (“Die Bucht der Fünf Winde”). .

PS2. Nach der Lesung dieser Madrider Erklärung am 9. Februar 2005 in Madrid, wollen wir sie in Kairo (Ägypten, März 2005), in Brüssel (Belgien, Europäisches Parlament, April 2005), New York (USA, Juni 2005) und in anderen Städten der Welt lesen und verbreiten, zusammen mit der Abhaltung von Events im Zusammenhang mit der “Medienalphabetisierung”.



Überlegungen

1. Die Kommunikationsmedien sind bevorzugte Instrumente der Freizeit, Unterhaltung und in bestimmten Hinsichten auch der Bildung für die spanischen Kinder. Nach wie vor ist der Fernseher das von Kindern meistgenutzte Medium. Die Kinder leben schutzlos sowohl hinsichtlich der herkömmlichen Kommunikationsmedien als auch gegenüber den Informations- und Kommunikationssystemen, die die Digitaltechnologie in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Kinder haben leichten Zugang zu unangemessenen Inhalten und gleichzeitig fehlen Angebote für Kinder, die attraktiv, hochwertig und abwechslungsreich sind und Werte vermitteln, wie die Konvention für die Rechte des Kindes von 1989 aufzeigt, indem sie ausdrücklich das Recht aller Kinder auf Zugang zu den Kommunikationsmedien (Art.17) und auf freie Meinungsäusserung (Art. 13).

2. In den letzten Jahren ist es, zu einem einschneidenden Rückschritt der Entwicklung der Medienbildung (Medienalphabetisierung) gekommen, obwohl diese enorm wichtig für die Wissens- und Wertevermittlung, die Aneignung von Gewohnheiten und Verhaltensweisen haben und trotz ihrer potentiellen Möglichkeit, zur Bildung aktiver, kritischer, kommunikationskompetenter und folglich freier Menschen beizutragen.

3. Diese beschriebene Wehrlosigkeit und fehlende Bildung können in der heutigen Zeit der Digitalisierung und technologischer Annäherung noch schwerwiegender sein. Ohne eine angemessene Bildung bei der Anwendung der Kommunikationsmedien und Informationstechnologien laufen wir Gefahr, einer Auflösung der Familie zusammen mit einer tatsächlichen gesellschaftlichen Auflösung ausgesetzt zu sein, die die so oft angeprangerte digitale Kluft zwischen Informationsreichen und Informationsarmen hervorruft. Es besteht ausserdem die Gefahr einer fortschreitenden Verschlechterung des demokratischen Systems, das immer mehr dem Einfluss der grossen Konzerne ausgeliefert ist und eines erhöhten Risikos der Manipulation der Bürger, sowohl unter politischen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

4. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, ein neues Paradigma im Bereich der sozialen Kommunikation zu erreichen, dass gewährleistet, dass alle an der öffentlichen Entscheidungsfindung teilnehmen: Verwaltungen, Firmen, Fachleute der Kreativität und Information, Experten, Eltern und allgemeine Nutzer. Ein neues Paradigma, dass die strategische und zukunfstträchtige Wichtigkeit der Kommunikationsbildung anerkennt.

5. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, ein neues Paradigma im Bereich der sozialen Kommunikation zu erreichen, dass gewährleistet, dass alle an der öffentlichen Entscheidungsfindung teilnehmen: Verwaltungen, Firmen, Fachleute der Kreativität und Information, Experten, Eltern und allgemeine Nutzer. Ein neues Paradigma, dass die strategische und zukunfstträchtige Wichtigkeit der Kommunikationsbildung anerkennt.



Forderungen

1. Die verpflichtende Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetzgebung (Europäische Richtlinie des Fernsehens ohne Grenzen) hinsichtlich Kommunikation und ganz besonders in Bezug auf “Schutz, Förderung und Verteidigung” der Rechte der Kinder und Jugendlichen nicht nur durch den Staat sondern auch durch die privaten Unternehmen.

2. Die schnellstmögliche Bildung eines audiovisuellen Rats staatlichen Ranges, unabhängig, mit pluraler Zusammensetzung, der die Einhaltung der Gesetzgebung überwacht und Sanktionen verhängen darf. Ein Rat, der die Selbstregulierung fördert, die Meinungsfreiheit verteidigt, die Kinder schützt und die Anliegen der Bürger aufnimmt.

3. Die Erstellung eines Plans für die globale Kommunikationsbildung, die die Bildung hinsichtlich der Anwendung der Medien und Informationstechnologien gewährleistet sowie die Erstellung und Analyse der Nachrichten. Diese Kommunikationsbildung mus den Dialog zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter anderem im schulischen und familiären Umfeld erleichtern und die Kreativität, sowie die Fähigkeit der kritischen Analyse und der Selbstkritik fördern.

4. Die Aufnahme und Anerkennung der Kommunikationsbildung und der Schulung hinsichtlich Informationsmedien und –technologien in den Schulprogrammen aus einem verbindenden Gesichtspunkt heraus nicht nur technologisch sondern auch integralkommunikativ. Diese Bildung darf sich nicht auf die Vermittlung von Kenntnissen über bestimmte technische Mittel beschränken, sondern muss Hilfsmittel zur Verfügung stellen, um die Welt zu verstehen und in ihr handeln zu können. Die Medien vermitteln Sichtweisen der Welt, die Einfluss auf die sozialen Verhaltensweisen und den ethischen Reifeprozess der Kinder und Jugendlichen haben. Die Analyse der audivisuellen Nachrichten und Multimedia und die Erstellung von Nachrichten seitens der jungen Menschen, damit ihre Stimme ankommt, tragen zur Stärkung ihrer Reife als Bürger und verantwortliche Bürger bei.

5. Die Verstärkung von seiten der Regierungen einer Kommunikationspolitik, die die Angebotspluralität garantiert, sowie das Vorhandensein von unabhängigen Inhalten, die Beibehaltung von öffentlichen und sozialen Anbietern ohne Erwerbscharakter und die Förderung von koordinierter Politik aus lokaler, autonomer, nationaler, europäischer und internationaler Sicht, die zur Erstellung, Produktion und Ausstrahlung von hochwertigen Inhalten führt, die nützlich für die Bildung, bahnbrechend und positiv für die Kinder sind. In diesem Sinne schlagen wir den Entwurf spezifischer Kinderprogramme vor, die nach Altersgruppen eingeteilt und spezialisiert sind und die Einhaltung der Rechte der Kinder und Jugendlichen in diesem Bereich verbessern.